Chlorat und Perchlorat: Vorkommen, Hintergründe, Analytik

Aktualisiert am: 28. Februar 2018

Was ist Chlorat und wo kommt es her?

In der Vergangenheit wurde Chlorat als Pflanzenschutzmittel zur Unkrautbekämpfung eingesetzt. Seit 2008 ist der Einsatz in der EU verboten. Heutzutage geht man davon aus, dass die Chlorat-Rückstände in Lebensmitteln auch aus gechlortem Trinkwasser oder chlorhaltigen Desinfektionsmittel im Verarbeitungsprozess stammen können.

Aus toxikologischer Sicht ist Chlorat problematisch, weil es die Aufnahme von Jod im Körper verschlechtert.


Woher kommt das Perchlorat?

Perchlorate wurden – anders als die Chlorate – in der EU nie als Pflanzenschutzmittel- oder Biozidwirkstoff genehmigt. Im Regelfall haben Perchlorat-Vorkommen anthropogene Ursachen.  Perchlorate können, wie Chlorate, aus gechlortem Wasser stammen. Es gibt aber auch Länder (z.B. Chile), in denen Perchlorate in höheren Konzentrationen natürlich vorkommen. Der sogenannte Chilesalpeter, der als Düngemittel Verwendung findet, kann größere Mengen Perchlorate enthalten. Außerdem sind Perchlorate Bestandteil von Feuerwerkskörpern.

Auch die Perchlorate verschlechtern im menschlichen Körper die Aufnahme von Jod. Dies kann u.A. bei einer Schilddrüsenunterfunktion zu gesundheitlichen Problemen führen. 

Welche Höchstmengen gelten für Chlorat und Perchlorat?

Da Chlorat rechtlich als nicht mehr zugelassenes Pflanzenschutzmittel definiert ist, gilt für Chlorat ein EU-weiter Höchstgehalt von 0,01 mg/kg nach VO (EG) Nr. 396/2005 Art. 18 (1) b). Proben mit Höchstgehaltsüberschreitungen unterliegen daher nach LFGB§ 9 (1) 3. einem Verkehrsverbot. Der vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft festgelegt Aktionsgrenzwert von 0,1 mg/kg wurde 2015 außer Kraft gesetzt.

Seit 23.06.2015 gelten für Perchlorat folgende Referenzwerte* für den innereuropäischen Handel:

  • Obst und Gemüse: 0,1 mg/kg
  • mit Ausnahme von Blattgemüse und Curcubitaceae: 0,2 mg/kg
    • außer Sellerie und Spinat aus Treibhaus- oder Unterglasanbau: 0,5 mg/kg
    • außer Kräuter, Salat, Salatpflanzen (einschließlich Rucola aus Treibhaus- oder Unterglasanbau): 1,0 mg/kg
  • getrocknete Gewürze (außer getrocknete Kräuter und Paprika) getrockneter Hopfen: 0,5 mg/kg
  • Tee (Camelia sinensis), getrocknet; Kräuter- und Früchtetee, getrocknet: 0,75 mg/kg
  • Säuglings- und Kleinkindernahrung – verzehrsfertig: 0,02 mg/kg
  • sonstige Lebensmittel: 0,05 mg/kg

*Die Referenzwerte beziehen sich auf die essbaren Anteile und gelten, sofern nicht anders angegeben, für das unverarbeitete Lebensmittel. Für getrocknete, verdünnte, weiterverarbeitete und zusammengesetzte Lebensmittel findet Verordnung (EC) 1881/2006, Art. 2 Anwendung.


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Nachweis zur Analyse von Chlorat und Perchlorat in Lebensmitteln.

Chlorat/Perchlorat in Lebensmittel und Wasser

FPLCP1

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