Fipronil und Amitraz – Gift in Eiern

 

 

Update (Stand: 18.08.2017):

Mittlerweile wurde neben dem Fipronil auch noch Amitraz in dem Reinigungsmittel gefunden. Amitraz ist ebenfalls ein Insektizid. In der Tiermedizin wird es gegen Flöhe und Milben bei Hunden eingesetzt. In der Landwirtschaft wurde es als Mittel gegen Spinnmilben verwendet. Amitraz ist bienengefährlich, deshalb ist es als Pestizid nicht mehr zugelassen. 

(Amitraz ist ein typischer Wirkstoff, der in unseren Pestizid-Screening Methoden mit erfasst wird. Bestimunggrenze: 0,005 mg/kg). Für weitere Infos zum Screening klicken Sie bitte hier.)

 

unsere Frühstückseier sollten frei sein von Fipronil und auch von Amitraz,

zumal das BfR (Bundesministerium für Risikobewertung) die gefundenen Gehalte in Eiern und Hühnerfleisch für Kinder als potentiell gesundheitsschädlich einordnet. In den Niederlanden wurde sogar eine Empfehlung ausgesprochen, bis zum Wochenende keine Eier zu verzehren.

Fipronil ist ein Kontaktgift aus der Familie der Phenylpyrazole. Es ist ein Insektizid und wird gegen Ektoparasiten wie Flöhe, Läuse, Zecken, aber auch gegen Ameisen und Kakerlaken eingesetzt. Zudem findet es breite Anwendung als Beizmittel für Saatgut.

Dieser Fall wirft aus unserer Sicht folgende Fragen auf:

Wie kommt das Fipronil in die Eier?

  • Offensichtlich wird es in den Legebatterien gegen Ungeziefer eingesetzt und wurde jetzt auch in deutschen Betrieben nachgewiesen. Es gibt auch Hinweise darauf, dass zertifizierte Spritzmittellieferanten Fipronil-haltige Formulierungen bzw. Reinigungsmittel (Dega-16) an Geflügelbetriebe verkauft haben. Derzeit stehen zwei Firmen im Focus der Ermittlungen. Eine niederländische Reinigungsfirma, die die Ställe mit dem Dega-16 reinigt und eine belgische Firma, die das Fipronil dem Reinigungsmittel beigemischt haben soll. 

Wie kommt das Fipronil in Bio-Eier?

  • Vielleicht wurden hier Eier als „Bio“ verkauft, die keine Bio-Eier waren oder es wurde das gleiche Reinigungsmittel wie in den konventionellen Ställen verwendet. 

Wie steht es mit Eiern aus der heimischen Produktion?

  • Auch in deutschen Betrieben konnte Fipronil nachgewiesen werden. Die betroffenen Eier aus Niedersachsen sind mit den Printnummern 1-DE-0357731, 1-DE-0358001 und 0-DE-0360521 gekennzeichnet. Eine komplette Liste aller betroffenen Produkte kann man unter www.lebensmittelwarnung.de finden.

Viele Menschen sind verunsichert: Wie gefährlich sind mit Fipronil verseuchte Eier?

  • Eine wissenschaftlich fundierte Antwort darauf zu geben ist schwierig, denn es existieren hierzu nur Studien an Tieren. Nach Angaben des BfR gilt eine Dosis von 0,009 Milligramm pro Kilogramm menschlichem Körpergewicht innerhalb von 24 Stunden als unbedenklich.
    Allerdings wurde hierbei für die Berechnung der Wert, der in Experimenten mit Tieren noch keine gesundheitsgefährdenden Folgen hatte, durch 100 geteilt.
    Ein Erwachsener Mensch mit 70 Kilogramm Körpergewicht könnte demnach innerhalb eines Tages acht Eier essen, ohne diesen Wert zu überschreiten.
    Kinder erreichen aufgrund ihres geringeren Körpergewichtes die bedenkliche Dosis wesentlich schneller, so wäre bei einem Kind mit etwa 20 Kilogramm Körpergewicht der Grenzwert bereits bei zwei Eiern erreicht.

    Die Verlässlichkeit dieser Berechnungen steht jedoch auf wackeligen Beinen.

Ist auch Hühnerfleisch betroffen?

  • Noch gibt es keine offiziellen Aussagen darüber ob auch Fleisch betroffen ist. Zwar werden Legehennen nicht für den menschlichen Verzehr gezüchtet, dennoch werden in den Niederlanden bereits vorsorglich mit Fipronil verseuchte Legehennen gekeult und ihr Fleisch entsorgt. Es ist dennoch nicht ausgeschlossen dass das selbe Kontaktgift auch bei Masthennen zum Einsatz kam.

Wie sieht die Belastung in Eiprodukten aus?

  • Das Fipronil wird nach derzeitigem Kenntnisstand bei der Verarbeitung nicht abgebaut. Es ist also davon auszugehen, dass die Folgeprodukte auch belastet sind, wenn die Eier belastet waren. Tatsächlich wurden in den vergangen Tagen die ersten Eiprodukte, wie Feinkostsalate u.ä. zurückgerufen. (Stand: 07.08.2017)

Wie steht es mit der Qualitätskontrolle und der Lebensmittelüberwachung – wurde dort auf Fipronil geprüft?

  • Mittlerweile ist bekannt, dass die belgischen Behörden schon länger über den Einsatz von Fipronil Bescheid wussten, aber dass diese Information aus ermittlungstaktischen Gründen nicht an die Öffentlichkeit weitergegeben wurde. 

Gab es in der Vergangenheit schon Fipronil in Eiern, welches aber nicht entdeckt wurde?

  • Es gibt erste Hinweise, dass das Fipronil schon 2016 in dem Reinigungsmittel verwendet wurde. Eine offizielle Bestätigung steht aber noch aus. 

Um hier alle Antworten zu finden, die über reine Spekulation hinausgehen, ist eine detaillierte Untersuchung der Produktionskette beginnend mit dem Tierfutter bis hin zu den Endprodukten Ei und Hühnchenfleisch, aber auch Backwaren und Teigwaren notwendig.

Analyse von Fipronil in Futtermitteln, Eiern und Lebensmitteln

my-lab International bietet hierzu Untersuchungen für die Analyse von Futtermitteln, Eiern, Eipulver und Geflügelfleisch und anderen eihaltigen Lebensmitteln an. Diese Untersuchungen werden auf Wunsch auch im Express-Modus durchgeführt.


Fipronil wirkt gegen saugende Insekten, wie Flöhe, Milben, Zecken.

Fipronil in Eiern, Eiprodukten und Fleisch

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