Insekten als Lebensmittel

Aktualisiert am: 5. Februar 2018

Insekten als Nahrungsmittel

In vielen anderen Kulturen gehören Insekten ganz selbstverständlich auf den Speiseplan, besonders in Asien, Afrika oder Südamerika gehören sie dazu. In Europa wird das Thema derzeit noch argwöhnisch betrachtet, aber das Interesse steigt. Die ersten Firmen wagen sich mit Insekten Produkten auf den Markt.

Ein guter Grund diese Produktgruppe an dieser Stelle einmal näher zu betrachten.

Wie ist die rechtliche Einordnung?

Insekten und Teile davon fallen unter die „neue“ NovelFood Verordnung, die seit dem 01.01.2018 gültig ist. Damit gibt es jetzt eine einheitliche EU-Regelung. Es bedarf einer Risikobewertung und einer Zulassung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Die Produzenten müssen einen Antrag für ihr Produkt stellen, über dessen Zulassung dann innerhalb weniger Monate entschieden wird. Für Insektenarten wie Mehlwürmer oder Heuschrecken, die besonders häufig verspeist werden, hat die EFSA schon Prüfverfahren eingeleitet; man kann also davon ausgehen, dass für diese Arten schnell eine Zulassung vorliegt. Aktuell wird mit den ersten Produkte ab dem Frühjahr auf dem Markt gerechnet. 

Wie sind die Nährwerte?

Insekten sind reich an Protein und wertvollen essentiellen Fettsäuren, außerdem enthalten sie Vitamine und Mineralstoffe. Es gibt mehr als 2000 essbare Insekten. Die Zusammensetzung variiert von Art zu Art stark.

Ein Vergleich:

pro 100gMehlwürmerGrillenHeuschreckenRindfleischSojamehl 
Kohlenhydrate5,4g0g1,1g0g3,1g
Protein45,1g69,1g48,2g20,2g37,3g
Ballasttoffe6,5g7,7g8,4g18,5g
Fette37,2g18,538,1g5,3g20,6g
Energie550 kcal / 2303 KJ458 kcal / 1918 KJ559 kcal / 2341 KJ129 kcal / 540 KJ347 kcal / 1449 KJ

Was sind die Gefahren?

Insekten sind mit mikrobiologischen Keimen belastet. Zum einen befinden sich Mikroorganismen auf dem Insekt, zum anderen gibt es natürlich auch Mikroorganismen im Magen-Darm-Trakt, die mit gegessen werden (ähnlich wie bei Meeresfrüchten). Insekten gelten generell als Überträger von Krankheiten. Sie können Salmonellen oder auch andere Toxin bildende Erreger (Shiga-Toxin) übertragen. Es wird daher von dem Rohverzehr von Insekten abgeraten.

Alle proteinhaltigen Lebensmittel können theoretisch Allergien auslösen, so auch Insekten. Aus asiatischen Ländern sind allergische Reaktionen bis hin zum Anaphylaktischen Schock bekannt. Allergiker sollten also besonders vorsichtig sein. Da es sich bei Insekten noch um ein – für den europäischen Markt – sehr neues Lebensmittel handelt, gibt es derzeit auch noch keine rechtlichen Vorgaben hinsichtlich der Allergenkennzeichnung.

Wie werden Insekten gezüchtet?

Weltweit betrachtet stammen die meisten Nahrungsinsekten derzeit aus Wildfang. Die Anzahl der Insektenfarmen steigt aber stetig an. Für die Insektenzucht sind Temperaturen ab 25°C nötig. Die wechselwarmen Tiere brauchen es schön warm, um optimal gedeihen zu können.

Gibt es ethische Bedenken?

Ist das Schmerzempfinden von Insekten analog zu dem von Säugetieren zu beurteilen? Wie „naturnah“ sollten die Haltungbedinugen sein? Ist Massentierhaltung ähnlich kritisch zu sehen, wie bei Säugetieren?

Die Fragen wie bei der Insektenzucht das Tierwohl zu berücksichtingen ist, sind derzeit noch ungeklärt.

Fazit

Bis Insekten als Festtagsschmaus selbstverständlich mit auf unseren Speiseplan gehören, ist es sicherlich noch ein weiter Weg. Für viele ist der Verzehr von Insekten mit Ekel besetzt. Aber es gibt auch Einige, die neugierig genug sind, um sich auf diese für uns noch neuartige Nahrungsquelle einzulassen. Umfragen zufolge haben Vegetarier bei dem Verzehr von Insekten weniger Bedenken als bei dem Verzehr von Säugetieren. Es bleibt abzuwarten, ob sich zukünftig Insekten ähnlich wie etwa Sushi in Europa als Nahrungsmittel etablieren können. Dabei werden verarbeitete Insekten in Form von Mehl, Riegeln oder Burger Patties sicher schneller auf unseren Tellern akzeptiert als ganze Insekten.

Fest steht aber, dass Insekten hochwertiges Protein liefern können. Die Tatsache, dass ihr Verzehr in so vielen Kulturen ganz selbstverständlich ist, sollte bei uns zu einer unvoreingenommenen Bewertung führen. Aus ökologischer Sicht macht es zwar keinen Sinn, die wärmeliebenden Insekten weltweit vom Nordpol bis zum Südpol mit auf den Speiseplan zu setzten. Schließlich sind regionale Kost und ein geringer CO2 Abdruck auch ein wichtiges Kriterium für eine sinnvolle Nahrungsauswahl. Aber gerade in den wärmeren Breitengraden kann es durchaus eine Bereicherung sein.

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