Die Chemie der Shisha

Aktualisiert am: 8. April 2020

In der Shisha, oder auch Wasserpfeife, werden Aromagemische mit oder ohne Tabak in verschiedenen Geschmacksrichtungen verdampft.

Woraus besteht das Shisha Material?

Häufig wird ein Tabakersatz für die Wasserpfeife verwendet. Ein mit der Molasse, dem Gemisch aus Glyzerin, Isopropanol und Aromen,  beladendes Trägermaterial, meist Tabak, wird über darüber stehende glühende Kohle erhitzt. Die verdampfenden Bestandteile der Molasse werden durch das in der Shisha stehende Wasser gesogen. Dabei entsteht ein Gemisch aus Wasserdampf und den flüchtigen Bestandteilen der Molasse, die dann den Mund- und Rachenraum oder ggf. auch die Lunge erreichen.

Wie können Schadstoffe entstehen?

Die Temperaturführung ist entscheidend dafür, ob auch Verbrennungsprozesse in der Molasse und dem Trägermaterial stattfinden. Dabei können kanzerogene PAK (polyaromatische Kohlenwasserstoffe) entstehen. Die Versuche mit verschiedenen Tonköpfen und Kohleträgern haben gezeigt, dass die Temperatur in der Molasse zwischen 80 Grad Celsius und 170 Grad variieren kann. Im wesentlichen ist der Abstand der Molasse zur Kohle sowie die Zahl der Kohlestückchen entscheidend.

Abschätzung des gesundheitsschädlichen Potentials von Trägermaterial und Molasse

Zunächst einmal ist die chemische Zusammensetzung der Molasse und des Trägermaterials interessant. Die Molasse besteht im wesentlichen aus Glyzerin und Isopropanol. Zugesetzt werden Duftstoffe wie Vanillin und andere Aldehyde und Ketone, ggf. Menthol und Nikotin.

Um das gesundheitsschädigende Potential abzuschätzen, werden diese Materialien erst einmal direkt mittels HS-GC/MS/MS (Headspace Gaschromatrographie/Massenspektrometrie/Massenspektrometrie) und LE/LC-MSMS (Liquid Extraction (Flüssigextraktion) / Liquid Chromatography (Flüssigchromatographie)-Massenspektrometrie/Massenspektrometrie) analysiert. Dabei wird festgestellt, welche Substanzen bei bis zu 250 Grad Celsius aus dem Material verdampfen bzw. welche Substanzen extrahiert und detektiert werden können. Bei den leichtflüchtigen Duftstoffen ist insbesondere auf solche zu prüfen, die Allergien hervorrufen können.

Im zweiten Schritt wird dann analysiert, welche dieser Chemikalien in den Shisha-Dampf übergehen und ggf. eingeatmet würden. Dazu werden in den Dampfstrom der Shisha Röhrchen mit Adsorbentien bzw. Behältnisse mit Lösungsmittel eingebracht, auf denen die Chemikalien festgehalten und aufgefangen werden. Den Sog des Dampfstroms übernimmt eine kleine elektrische Luftpumpe. Um die Reproduzierbarkeit dieser Analysen zu gewährleisten ist die Temperaturkontrolle im Tonkopf bzw. auf dem Kohleträger sehr wichtig. Darüber hinaus muss das gesamte Shisha-System nach jedem Abdampf-Versuch gründlichst gereinigt werden, um eine Verschleppung von Chemikalien, die möglicherweise am Glas anhaften, in den nächsten Versuch zu vermeiden.

Unser Labor führt diese Abdampf- und Abrauchversuche regelmäßig durch.

Dabei bedienen wir uns einer eigenen Shisha; auf Wunsch kann verwenden wir auch die kundeneigene Shisha um spezifische Analysendaten zu erheben.

Informationen geben wir gerne auch persönlich. Telefon: 030-5659081500 oder mail@my-lab.com

  • Bildnachweise: my-lab international | Modifiziert von my-lab International