Superfoods – die hochbegabten Lebensmittel

Aktualisiert am: 21. September 2018


Neue Lebensmittel und die Neugierde darauf liegen hierzulande voll im Trend. Aktuell hat Deutschland es weltweit auf den 2. Platz für die innovativsten Produkteinführungen gebracht. Den 1. Platz belegt unangefochten die USA auf dem dritten Platz folgen uns Großbritannien und Kanada.

Wann ist ein Lebensmittel ein Superfood?

Eine offizielle, rechtlich bindende Definition für Superfoods gibt es bisher noch nicht. Der Begriff „Superfood“ wurde schon Anfang 2000 geprägt. Eine gängige Definition ist: „Bei einem Superfood handelt es sich um ein nährstoffreiches Lebensmittel, das als besonders förderlich für Gesundheit und Wohlbefinden erachtet wird“, 

Bei den Nährstoffen kann es sich um alle möglichen Inhaltsstoffe handeln. Diese reichen von wertvollen Fettsäuren, über sekundäre Pflanzenstoffe bis hin zu besonderen Kohlenhydraten. 


Welche Superfoods gibt es?

„Super-Saaten“ bzw. „Super Seeds“

Chia Samen:

Chiasamen

Chia ist ein Pseudogetreide und stammt aus Mexiko. Dort steht es auch schon sehr lange auf dem Speiseplan. Zum Superfood wird Chia durch den sehr hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, Calcium, Ballaststoffen und Antioxidantien.

Leinsamen:

Leinsamen

Die heimische Alternative zu Chia Saat, vor allem hinsichtlich der Fettsäurezusammensetzung. Allerdings ist der Calciumgehalt in Leinsamen deutlich geringer. Calcium steckt aber auch noch in sehr vielen anderen Lebensmitteln des täglichen Gebrauchs, daher muss für gewöhnlich der Calciumbedarf nicht mehr über Chia gedeckt werden.

Basilikum Samen:

Basilikum

Dabei handelt es sich um die Samen vom Thai-Basilikum. Die Basilikum Samen sind reich an Spurenelementen, wie Magnesium und Eisen. Außerdem enthalten sie größere Mengen an Antitoxinen. Ähnlich wie bei der Chia-Saat werden die Samen eingeweicht, dabei bilden sie eine gallertartige Hülle mit einer grau-lila Farbe. Außerdem sollen sie ein Sättigungsgefühl hervorrufen und sich damit gut für Diäten eignen die auf die Gewichtsreduzierung abzielen.


„Super-Beeren“ bzw. „Super berries“

Blaubeere:

Blaubeeren

Die Beere ist reich an sekundären Pflanzenstoffen, Spurenelementen und Vitaminen. Außerdem ist die Blaubeere relativ kalorienarm. Die sek. Pflanzenstoffe haben eine positive Wirkung auf den menschlichen Körper. 

Goji Beere:

Goji Beeren

Die Goji-Beere gehört zu den Nachtschattengewächsen und ist mit der Tomate verwandt. Sie ist auch unter den Namen „Gemeiner Bockshorn“ oder „chinesische Wolfsbeere“ bekannt. Ursprünglich stammt sie aus China und der Mongolei. Auch die Goji-Beere ist reich an sekundären Pflanzenstoffen, Vitamin C, A und E.

Acaibeere:

Acai Beeren

Diese Beere stammt ursprünglich aus Südamerika. Sie ist reich an Anthocyanen. Diese verleihen ihr auch die dunkle Farbe. Sie gehört zu der Familie der Palmengewächse, neben den Früchten werden von der Kohlpalme (Euterpe Euleracea) auch die Plamherzen verwendet. Die Palmherzen stellen einer der Grundnahrungsmittel in den entrechenden Regionen dar.


weitere Super-Foods

Moringa:

Der Wunderbaum oder auch Meerrettichbaum. Von diesem Baum können nahezu alle Pflanzenteile verwendet werden. Hierzulande findet man im Verkauf in der Regel die Blätter oder Pulver daraus. Moringa ist reich an wertvollen Aminosäuren und Fettsäuren. Mit Moringa haben wir uns in der Vergangenheit schon einmal beschäftigt und haben diesem sogar einen eigenen Artikel gewidmet.

Spirulina: Spirulina gehört zu der Familie der Cyanobakterien (früher auch Blaualge) 

Chlorella, AFA)

Avocado


Fazit:

Sicherlich können viele dieser Lebensmittel eine Bereicherung in unserem Speiseplan darstellen. Grundsätzlich gilt aber, dass wie immer eine ganzheitliche Betrachtung angebracht ist. Chiasaat aus Südamerika kann lecker und gesund sein, häufig werden die positiven Effekte dieser Super-Foods jedoch überhöht – bieten regionale Produkte doch das selbe, hinsichtlich der Nährwerte. Allzu häufig wird nämlich beim individuellen Nutzen der CO2-Aspekt des globalen Warenaustauschs vergessen. Tuen wir wirklich gut daran Saaten quer über den Ozean zu schippern um morgendlich damit unser Müsli (oder nennt man das jetzt Granola?) anzurühren?!

Und welche Mechanismen werden dadurch in den Anbauländern augelöst? Natürlich führt die Nachfrage nach Super Avocados o.ä. kurzfristig zu einem verstärkten Anbau, aber der dadurch erheblich gestiegene Wasserverbrauch wirkt leider mittelfristig suboptimal für das Anbaugebiet.

Für diejenigen denen eine ausgeglichene CO2-Bilanz am Herzen liegt, sollten also die Untergruppe der „heimischen Superfoods“ bevorzugen. Dazu zählen z.B. Grünkohl, Heidelbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Sonnenblumenkerne sowie Walnüsse! Diese werden im Hinblick auf ihre Nährstoffwerte manchmal geringer bewertet (schließlich haftet ihnen nicht der „Mythos“ bzw. Hype der Superfoods an) bei einer ausgewogenen Ernährung sind aber in aller Regel keine Mangelerscheinung in der Bevölkerung festzustellen. Zudem punkten sie klar durch Regionalität und einen guten CO2 Fingerprint!


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