MOSH MOAH – News und Informationen zu den Schadstoffen

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24.11.2016: MOSH MOAH im Adventskalender

Passend zur Weihnachtszeit wurden wieder Adventskalender auf Mineralölrückstände getestet. Und tatsächlich wurden auch wieder Rückstände gefunden. MOSH und MOAH in Schokolade sind kein neues Thema. Seit Jahren fallen Lebensmittel immer wieder mit Rückständen dieser Art auf. In Sachen Adventkalender ging es das erste Mal zur Weihnachtszeit 2012 groß durch die Presse. Damals hatte Stiftung Warentest den Adventskalender Test herausgebracht.

Wie kommt es, dass man dieses Problem nicht in den Griff zu bekommen scheint? Einer der wichtigsten Eintragswege in die Schokolade sind die Verpackungen aus Altpapier. Grund für die Mineralölrückstände im Altpapier sind die Druckfarben, die bei Zeitungen verwendet werden und diese Verbindungen enthalten.

Jetzt ist es der Umwelt zuliebe sicherlich eine gute Idee Recycling-Materialien zu verwenden, aber wenn diese mit gefährlichen Rückständen belastet sind, sind sie als Lebensmittel Verpackung nicht so richtig gut geeignet.

Die eigentlich schöne Kampagne von Netto Marken Discount, einen Adventkalender mit Fair Trade und Bio zertifizierter Schokolade herauszubringen (in Zusammenarbeit mit dem WWF), und dabei auf bedrohte Tierarten aufmerksam zu machen, hat mit kontaminierter Schokolade leider nicht den gewünschten Effekt.

In der WWF Stellungnahme zu dem Netto Marken Discount Kalender kann man lesen, dass bei der Verpackung bewusst auf Recycling Material verzichtet wurde und auch die Druckfarben wurden mit Bedacht gewählt. Die Schokoladenstücke wurden doppelt verpackt. In Alufolie und Papier. Also eigentlich wurden viele Risiken bedacht und ausgeschaltet. Sollte das alles so stimmen, stellt sich die Frage: was ist schief gegangen und wo kommen die Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW) her?

Waren schon die Kakaobohnen kontaminiert oder in Jutesäcke verpackt die Mineralöle enthielten?

Gab es ein Problem in der Fabrik, in der die Schokolade hergestellt wurde? Eine Kontamination mit den Schmierfetten von den Maschinen?

Oder schon vorher bei der Ernte? Kontamination mit Schmierölen an den Erntemaschinen?

Waren Verpackungen oder Druckfarben doch kontaminiert?

Vieles spricht dafür, dass es die Verpackung nicht war. Dazu muss zwischen MOSH und MOAH unterschieden und beide Fraktionen genauer betrachtet werden:

MOSH sind verzweigte und cyclische Mineralölverbindungen. Einige von ihnen werden im Fettgewebe und in der Leber oder Milz angereichert.

MOAH sind aromatische Verbindungen, darunter können auch Verbindungen sein die als krebserregend gelten.

Außerdem unterscheidet man die Verbindungen jeweils anhand der Länge der Kohlenstoffkette.

Das Landesamt Bayern hat nicht nur die Schokolade, sondern auch die Verpackung untersucht. Gefunden wurden nur die MOSH Verbindungen und keine MOAH. Die MOAH Verbindungen wären ein Beweis für die Verwendung von Recyclingkarton gewesen. Die Abwesenheit spricht dafür, dass wirklich „Frischkarton“ und mineralölfreie Druckfarben verwendet wurden. 

Gemäß dem Analysenzertifikat, das vom WWF veröffentlicht wurde, wurden auch bei dem WWF Kalender kaum MOAH und hauptsächlich MOSH Verbindungen mit einer Kohlenstoffkettenlänge über C24 gefunden.

Verbindungen mit einer so langen Kohlenstoffkette sind relativ schwer, dass sie nicht ohne weiteres verdampfen. Das bedeutet sie können nicht von der Verpackung in die Schokolade gedampft sein. 

Derzeit scheint die Frage noch offen zu sein, aber es spricht einiges dafür, dass die Kontamination nicht aus dem Karton stammt.

Einen gesetzlichen Grenzwert gibt es derzeit noch nicht. Ausgehend von der Verzehrmenge (24 kleine Stückchen an 24 Tagen) und den gemessenen Analysenwerten geht das Landesamt Bayern bei ihren Stichproben nicht von einer Gesundheitsgefahr aus.

my-lab MOSH MOAH Informationen und News

News vom 29.09.2016: MOSH MOAH in Veggie-Produkten

Stiftung Warenstest hat Veggi-Produkte getestet, vegetarische Schnitzel und Wurstwaren. Dabei wurden u.A. auch Mineralölbestandteile genauer „MOSH“ in einigen Produkten gefunden.

Ähnliches hatte Ökotest Mitte des Jahres auch schon berichtet, allerdings handelte es sich dabei um „klassische“ Wurstwaren.

Einer der Hersteller behauptet, dass es sich bei den gefundenen Verbindungen nicht um die technisch als Schmieröl verwendeten MOSH Verbindungen handelt sondern um hochwertige Weißöle, die in der Lebensmittelindustrie häufig als Trennmittel eingesetzt werden.

Tatsächlich unterscheidet man zwischen technischem und medizinischem Weißöl.

Das technische Produkt wird weniger aufwändig aufbereitet und enthält daher auch aromatische Kohlenwasserstoffe. (MOAH)

MOAH = mineral oil aromatic hydrocarbons, also aromatische Kohlenwasserstoffverbindunge

In den derzeitigen Berichten ist im Moment nur von MOSH und nicht von MOHA die Rede, was ein Hinweis darauf ist, dass die Darstellung vom Hersteller es handle sich um hochwertiges Weißöl und nicht um eine technische Kontamination, stimmen könnte.

MOSH = mineral oil saturated hydrocarbons, also gesättigte Kohlenwasserstoffverbindungen.

Nichts desto trotz: „Mineralölverbindungen in Nahrungsmitteln“ sind eine Schlagzeile, die uns schon etwas länger begleitet.

Weitere MOSH MOAH Schlagzeilen:

  • MOSH und MOAH in Advendskalendern
  • MOSH und MOAH in Schokolade
  • Mineralölkohlenwasserstoffe in Nudeln, Reis oder Cornflakes….

 

MOSH MOAH Rückstände

Die Rückstände kommen zum Einen tatsächlich aus den Schmierölen, die in der Produktion werden. Oder von oder Maschinenteilen an Erntefahrzeugen. Das sollte natürlich nicht passieren, kommt aber trotzdem leider immer wieder vor.

Zum Anderen kommen die Rückstände aus den Recycling Pappkartons, die als Verpackung verwendet werden. Dann sind es meist Überreste aus Mineralölverbindungen, die z.B. vorher beim Zeitungsdruck verwendet wurden.

Außerdem könnten auch die Jutesäcke, die bei der Ernte verwendet werden, kontaminiert sein.

Die Möglichkeiten in unsere Lebensmittel zu gelangen sind relativ vielfältig.


Laboranalyse: MOSH/MOAH in Lebensmitteln

MOSH/MOAH in Lebensmitteln oder Material

FCM01

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