Richtig Entsorgen: Styropor bzw. Polystyrol mit HBCD

Entsorgung von Styropor mit HCBD

Flammschutzmittel HBCD (Hexabromocyclododecan) ist eine Herausforderung für die Entsorgung

 

Das Flammschutzmittel HBCD (Hexabromocyclododecan) gilt als „besonders besorgniserregend“. Die internationale Stockholmer Konvention hat die Substanz HBCD (C12H18Br6) im Mai 2013 als persistenten, schwer abbaubaren organischen Schadstoff eingestuft.

Seit dem 1. Oktober sind Styroporplatten und andere Dämmstoffe, die HBCD (C12H18Br6) enthalten, entsorgungspflichtig. In der entsprechenden Verordnung heißt es: „Die enthaltenen persistenten organischen Schadstoffe müssen unumkehrbar umgewandelt oder zerstört werden.“ Die Entsorgungspflicht gilt ab einer Konzentration von 0,1% HBCD im Baustoff. Die eingesetzten Konzentrationen liegen je nach Material zwischen 0,7 – 1,5%.

Dies führt derzeit zu einer Überflutung der Entsorgungsanlagen, die diesem Ansturm nicht unbedingt gewachsen sind. Grund dafür ist, dass die Verbrennungsanlagen eine besondere Genehmigung zur Entsorgung von schadstoffhaltigen Materialien benötigen, und nicht alle Entsorgungseinrichtungen haben diese Zulassung (siehe Liste für Styropor Entsorgung).

Bei der Verbrennung können Dioxine und Furane entstehen, welche als krebserregend eingestuft sind. Um in dieser angespannten Lage Zeit und Logistikkosten zu sparen, nehmen viele Entsorgungsunternehmer das Dämmmaterial nur mit Herstellernachweis oder Analysenzertifikat an.


Laboranalyse: bromiertes Flammschutzmittel HBCD (Hexabromcycoldodecan)

Hexabromcycoldodecan (HBCD) in Styropor

MOCZ1

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Seit den 60er Jahren werden Dämmstoffe verwendet, die als Flammschutzmittel HBCD enthalten. Verboten wurde es erst 2013. Üblicherweise liegt die Nutzungsdauer bei ca. 20 Jahren. Es handelt sich dabei meist um Polystyrolverbindungen, wie extrudieres Polystyyrol und expandiertes PS (EPS und XPS).


Solange der Werkstoff verbaut ist, besteht nach derzeitiger Einschätzung keinerlei gesundheitliche Gefahr. Eine ordnungsgemäße Entsorgung ist dennoch enorm wichtig, weil die Verbindung giftig für Wasserorganismen wie Krebstiere und Algen ist.

Darüber hinaus ist die Verbindung enorm langlebig und wird über weite Strecken mit der Luft transportiert. Sie wurde beispielsweise auch in Meerestieren in der Arktis nachgewiesen.  Außerdem haben Tierversuche gezeigt, dass die Säuglingsentwicklung gestört werden kann. EU-weit wird die Verbindung mit folgenden Warnhinweisen versehen: H361 „Kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder das Kind im Mutterleib schädigen“ und H362 „Kann Säuglinge über die Muttermilch schädigen“

Derzeitige Schätzungen sagen, dass allein in Berlin und Umgebung noch ca. 16.000 Tonnen Styropor mit HBCD verbaut sind. Davon werden ca. 100 Tonnen noch dieses Jahr als Sondermüll anfallen. Die Gefahr einer „illegalen Entsorgung“ wird durch die Überlastung der Entsorgungsanlagen sicherlich begünstigt. Doch aufgrund der Gefahren für Mensch und Umwelt wäre die Einhaltung der Vorgaben äußerst wünschenswert.

Hier eine Liste der Müllheizkraftwerke und Sonderverbrennungsanlagen, die eine Zulassung für HBCD (Hexabromocyclododecan) besitzen.

Bei Fragen zur Analytik von HBCD beraten wir Sie gerne:

Kontak: mail@my-lab.com

Tel.: 030 5659081500

Müllheizkraftwerke für Styropor (HBCD-zugelassen)

 

Sonderverbrennungsanlagen für Styropor mit HBCD

 

Karte mit Müllheizkraftwerken und Sonderverbrennungsanlagen für Styropor mit HBCD

 

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