Honig – Warenkunde, Besonderheiten, Infos

Bienen sind die neuen Trendhaustiere. Die Zahl der Hobbyimker steigt stetig an. Im Jahr 2016 gab es ca. 110.000 (Hobby)Imker, während es 10 Jahre zuvor nur ca. 90.000 waren.  Ein guter Grund, sich hier dem Thema Honig einmal etwas intensiver zu widmen.

Folgende Fragen stellen sich:

Was ist Honig?

Honig ist der natursüße Stoff, der von Honigbienen erzeugt wird. Die Bienen nehmen Nektar von Pflanzen oder Sekrete lebender Pflanzenteile auf, kombinieren diese mit eigenen spezifischen Stoffen, entziehen das Wasser und  lagern das Produkt ein in die Waben des Bienenstocks , wo der Honig reift. Dem Honig dürfen keine anderen Stoffe hinzugefügt werden, keine weiteren Zutaten, Aromen oder Zucker. 

Welche rechtlichen Grundlagen gibt es für Honig?

Was Honig ist und welche Anforderungen an echten Bienenhonig gestellt werden, ist in der HonigVerordnung und den Leitsätzen für Honig geregelt.

Gibt es Besonderheiten bei der Kennzeichnung von Honig?

Auf dem Honig muss das Herkunftsland angegeben werden. Wenn es sich um ein Mischprodukt handelt, erfolgt die Kennzeichnung als:

  1. Mischung von Honig aus EU-Ländern
  2. Mischung von Honig aus nicht EU-Ländern
  3. Mischung von Honig aus EU- und nicht-EU-Ländern

Welche Zucker sind im Honig enthalten?

Der Zuckergehalt variiert je nach Honigart etwas. Blütenhonig enthält beispielsweise mehr Zucker als Honigtauhonig. Der vorliegende Zucker besteht in der Hauptsache aus Glucose und Fructose. Der Gehalt an Saccharose liegt normalerweise unter 5%.

Was ist sortenreiner Honig?

Sortenreiner  Honig muss überwiegend aus einer Blütensorte bestehen, um nach ihr benannt zu werden. Da man den Bienen schlecht verbieten kann, auch andere Blüten anzufliegen, gibt es einen gewissen Toleranzbereich. Bienen sammeln prinzipiell sortenrein. Sie fliegen so lange die gleiche Sorte Blumen an, wie dort auch Nektar zu finden ist.

Wie wird die Sortenreinheit von Honig überprüft?

Man kann anhand des Geschmacks oder auch mikroskopisch anhand der Pollen die Herkunft des Honigs bestimmen. Die Pollen unterscheiden sich von Pflanze zu Pflanze deutlich und können deshalb zur Identifizierung herangezogen werden. Außerdem haben verschiedene Honigsorten unterschiedliche Inhaltsstoffe.  Für einen Sortenhonig muss der Nektaranteil der ausgelobten Herkunftspflanze mindestens 60% betragen.

Was ist Hydroxymethylfurfural (HMF)?

HMF ist ein Abbauprodukt von Zucker. Insbesondere die Fructose bildet HMF. Im Honig ist die Hydroxymethylfurfural Konzentration ein Index für die Qualität. Es kann durch Erhitzen oder bei langer Lagerung gebildet werden. In frisch geerntetem Honig ist die Konzentration sehr gering und steigt im Laufe der Zeit immer weiter an.  

Was bedeutet das Prädikat „Auslese“?

Der Honig muss gemäß HonigVerordnung bestimmte Kriterien erfüllen. Festgelegt sind Zuckergehalt, Säure, Leitfähigkeit und der Gehalt an Hydroxymethylfurfural (HMF). Um das Prädikat Auslese führen zu dürfen, müssen nochmal strengere Messwerte erfüllt werden. 

Stadtbiene versus Landbiene: Gibt es Unterschiede bei dem Honig?

Ja, gibt es. Die Belastung mit Schadstoffen ist unterschiedlich. Der Honig von „Landbienen“ ist höher mit Pflanzenschutzmittelrückständen belastet. Der Honig von „Stadtbienen“ ist höher mit anderen Umweltgiften wie z.B. PAKs belastet. Sortenreiner Honig ist wegen der Vielfalt an Blüten und der geringen Mengen an einzelnen Sorten bei Stadthonig eher selten zu finden.

Was ist die Varroamilbe?

Die Varroamilbe ist ein Parasit, der im Bienenstock lebt. Sie schädigt das Bienenvolk durch das Aussaugen der Larven. Ähnlich wie Mücken bei Warmblütern lebt die Varroamilbe vom „Blut“ (richtig: Hämollymphe) der Larven. Die Larven, die durch die Varroamilbe geschädigt wurden entwickeln sich danach deutlich schlechter. Sie sind kleiner, lernen schlechter und haben eine verkürzte Lebensdauer. Außerdem fungiert die Varroamilbe als Wirt für verschiedenen Viren. Diese Viren schädigen das Bienenvolk zusätzlich. 

Zur Bekämpfung der Varroamilbe wurden früher Pestizide aus der Gruppe der Pyrethroide eingesetzt. Mittlerweile sind viele Milben dagegen resistent. Außerdem wurden die Rückstände dann auch im Honig und im Wachs gefunden. 

Weitere chemische Substanzen zur Bekämpfung der Varroamilbe sind verschiedene Säuren, wie Milchsäure oder Essigsäure. Außerdem gibt es Behandlungsmethoden auf der Basis von ätherischen Ölen (Thymol).

Folgende Mittel sind derzeit in Deutschland zugelassen (Stand 05.2017): 

MittelWirkstoffBemerkung
Ameisensäure 60 % ad us. vet.AmeisensäureVolk mit Brut
Formivar®AmeisensäureVolk mit Brut
Mite Away Quick Strips (MAQS)AmeisensäureVolk mit Brut
Apiguard ® / Thymovar ®ThymolVolk mit Brut
Api life var®u.a. ThymolVolk mit Brut
Bayvarol®PyrethroidVolk mit Brut
ApitrazAmitrazVolk mit Brut
PolyvarFlumethrinVolk mit Brut
VarromedOxalsäure-Dihydrat / AmeisensäureVolk mit Brut

 

MittelWirkstoffBermerkung
Perizin®CoumaphosVolk ohne Brut
Milchsäure 15% ad us. vetMilchsäureVolk ohne Brut
Oxalsäuredihydrat-Lösung 3,5 % (mN) ad us. vet.OxalsäureVolk ohne Brut
Oxuvar ®OxalsäureVolk ohne Brut
Oxuvar 5,7 % ad us. vet.OxalsäureVolk ohne Brut

Neonicotinoide? Bienengefährlich?

Neonicotinoide sind hochwirksame Insektizide die in der konventionellen Landwirtschaft beispielsweise im Getreideanbau eingesetzt wurden. Die Anwendungsmöglichkeiten sind sehr vielfältig. Die Verbindungen werden u.a. als Beizmittel für Saatgut eingesetzt. Sie wirken als Kontaktgift und als Fraßgift gegen beißende und saugende Insekten. Zur Gruppe der Neonicotinoide gehören folgende Substanzen: Imidacloprid, Acetamiprid, Thiacloprid, Thiamethoxam, Clothianidin, Dinotefuran, Nitenpyram. 

Hochwirksame Insektizide haben neben den Schadinsekten auch eine Wirkung auf Bienen. Mittlerweile sind einige Anwendungen von Neonicotinoiden verboten. Zum Beispiel dürfen die Wirkstoffe Imidacloprid, Thiamethoxam und Clothianidin zum Beizen von Saatgut, das für Außenflächen bestimmt ist, nicht mehr eingesetzt werden. Derzeit plant die EU ein generelles Verbot von Neonicotinoiden auf Außenflächen. Die Verwendung soll für Gewächshäuser, aber weiterhin erlaubt sein. 

 


Laboranalysen: Honig, häufig verwendete Substanzen in der Imkerei

Häufig verwendete Substanzen in der Imkerei, Honig

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Analyse von my-lab: polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe 4 (PAK) in Lebensmitteln

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Laboranalyse von Pflanzensschutzmitteln in Gemüse und Obst

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