Analyse zum Nachweis von Glyphosat in Lebensmitteln, Wasser und sonstigen Pflanzenmaterialien

Zur Analytik von Glyphosat

 

Glyphosat ist aus Sicht des Agro-Industriellen ein wunderbarer Unkrautvernichter. Er wirkt gegen alles und wird als Totalherbizid und auch als Erntehilfsmittel eingesetzt. Eigentlich ist dieses Pestizid für die konventionelle Landwirtschaft unverzichtbar. Seine starke Verbreitung verdankt es der Anwendung auf gentechnisch veränderten Pflanzen (Soja), die tolerant gegenüber Glyphosat (Handelsname RoundupTM) sind; d.h. nach der Anwendung von Glyphosat sterben die Unkräuter und die genetisch modifizierte Kulturpflanze überlebt. Über das Für und Wider zu Glyphosat ist viel berichtet und geschrieben worden mit dem Focus auf Themen wie

  • krebserregend ja/nein
  • reproduktionstoxisch ja/nein
  • neurotoxisch ja/nein
  • Verbot ja/nein
  • Anwendungsbeschränkung ja/nein

Die toxikologische Bewertung von Rückständen von Glyphosat ist nachwievor nicht abgeschlossen. Die Entscheidung über eine Verlängerung der Zulassung als Pflanzenschutzmittel wird für 2017 erwartet. Dabei ist nicht nur die Belastung der Umwelt, hier insbesondere unseres Trinkwasser (s) ein Thema, auch die mögliche Gefährdung der Gesundheit bei der Anwendung des Mittels vor Ort muss auf Basis neuer internationale (r) Studien neu bewertet werden.

Aus Sicht des Untersuchungslaboratoriums sind die von Monsanto unter dem Handlesnamen RoundupTM vertriebenen Produkte eigentlich recht spät in den Fokus gerückt, lange nach der Zulassung und des Ersteinsatzes 1974 in Deutschland. Dies hängt eng zusammen mit dem Einzug der Analysentechnik LC/MS/MS (Liquid Chromatograaphie / Mass Spectrometry / Mass Spectrometry) in die Laboratorien in der Zeit von 1995 bis 2005. Zuvor verfügten die Labore lediglich über die GC/MS-Technik (Gaschromatographie / Mass Spectrometry). Dabei musste die zu analysierende Substanz unzersetzt in die gasförmige Phase überführt, also verdampft werden bei Temperaturen bis zu 350 Grad Celsius. Glyphosat lässt sich aber so nicht verdampfen ohne dass es sich zersetzt. Deshalb musste man die Substanz mittels Derivatisierung in ein Derivat überführen, welches dann unzersetzt verdampft werden konnte. Geeignete Derivatisierungsmittel waren beispielsweise Trifluoressigsäureanhydrid /Trifluorethanl. Dieser Analysenschritt war jedoch kompliziert, insbesondere dann, wenn auch Bestandteile der Matrix, also des Lebensmittels oder Materials, in dem Glyphosat nachgewiesen werden sollte, ebenfalls mit den Derivatisierungsmitteln reagierten. Diese Methoden waren aufwendig und fehleranfällig. Sie mussten für jede Matrix explizit validiert werden und lieferten dennoch häufig Ergebnisse mit fragwürdiger Qualität.

Einfacher wurde der Nachweis von Glyphosat dann mit der LC/MS/MS, so hoffte man. Diese Methode zur Trennung und Detektion sollte insbesondere die Derivatisieurng überflüssig machen. Es zeigte sich jedoch, dass die Analysengeräte der ersten Generationen zu unempflindlich waren. Der Einsatz alternativer Detektoren oder/und die Überführung der Muttersubstanz Glyphosat in ein empfindlich nachzuweisendes Derivat wurden notwendig. Gängiges Derivatisierungsmittel war beispielsweise FMOC (9-Fluorenylmethoxycarbonylchlorid). Die Detektion erfolgte mittels Fluoreszenzdetektor oder mittels MS/MS. Die heutigen LC/MS/MS-Systeme ermöglichen den direkten Glyphosat-Nachweis ohne den Umweg über ein Derivat. Das Abbauprodukt des Glyphosats, AMPA (Aminomethylphsophonsäure), sowie das dem Glyphosat sehr ähnliche Glufosinat werden in den gängigen Methoden mit erfasst. Die Schlüssel zur sicheren Bestimmung von Glyphosat sind die Extraktion im Rahmen der Probenvorbereitung (clean-up) und die Detektion.

Glyphosat Rückstände in Lebensmitteln

Heute findet man Rückstände von Glyphosat in fast allen Umweltkompartimenten wie Wasser, Boden, Lebensmitteln, Muttermilch und Urin, nicht weil es so persistent ist, sondern weil so große Mengen ausgebracht wurden und noch werden. Publikationen über „Glyhosat im Bier“, „Glyphosat in Bio-Linsen“, „Glyphosat-Rückstände im Urin“ oder „Glyphosat in der Muttermilch“ machten den Namen dieses Herbizids publik. Glyphosat, das vor Auflauf der Kulturpflanze gesprüht wurde, kann im Schnitt nur in weniger als 5 Prozent der untersuchten Proben nachgewiesen werden. Besonders hohe Befunde jedoch traten in den Lebensmitteln auf, bei denen Glyphosat als Erntehilfsmittel eingesetzt wurde.  Dabei wird das Herbizid beispielsweise auf das Linsenkraut gesprüht, um es termingerecht welken und trocknen zu lassen, um es dann abernten zu können. 2011 traten so Bio-Linsen aus der Türkei in den unrühmlichen Fokus. Bei Produkten aus dem ökologischen Landbau reichen schon sehr niedrige Rückstände, um das Produkt zu disqualifizieren. Die Analyse auf Glyphosat ist daher heute fester Bestandteil der Qualitätskontrolle von pflanzlichen Lebensmitteln.

In welchen Lebensmitteln findet man Glyphosat?

Das Herbizid wirkt über das Blatt der Pflanze und greift schädigend in das Photosynthesesystem ein. Kulturpflanzen, die eine vergleichbare Wuchshöhe haben wie die Unkräuter, enthalten nach der Anwendung höhere Gehalte als solche, die ihr Blattwerk über den Unkräutern tragen. Vergleichen wir Getreide mit Teepflanzen oder Olivenbäumen. Wird unter Olivenbäumen oder Obstbäumen gespritzt, so kann auf die Blätter und Früchte  in 1,5 bis 2 m Höhe nur durch Abdrift ein Eintrag erfolgen. Nur in den seltensten Fällen können hier Rückstände nachgewiesen werden. Anders sieht es bei Getreide oder Leguminosen aus. Wird das Herbizid vor Auflauf der Kulturpflanze eingesetzt, dann ist es im Endprodukt ebenfalls kaum nachweisbar. Glyphosat baut sich zu AMPA (Aminomethylphosphonsäure) ab und wird als polare Substanz von den Bestandteilen des Bodens adsorbiert (festgehalten). Wegen seiner guten Wasserlöslichkeit tauchen Glyphosatrückstände nicht in Ölen oder Fetten, die beispielsweise aus Soja oder Raps gewonnen werden, auf. Kritisch ist jedoch die Verwendung als Erntehilfsmittel. Hier wird vor der Ernte gespritzt, damit das Blattwerk der Kulturpflanze schnell verwelkt und trocknet. Damit wird das Aberntern erleichtert und man kann den Einsatz der Erntemaschinen besser terminieren. Eigentlich ist diese Anwendung in Deutschland verboten, die Zulassung von Glyphosat lässt hier jedoch eine schwer kontrollierbare Hintertür offen. Das BVL hatte im Mai 2014 die Zulassung dieser Sikkation näher spezifiziert: „Eine Spätverunkrautung ist nicht generell als schädlich zu betrachten, sondern nur dort, wo es in lagerndem Getreide zu Unkrautdurchwuchs gekommen ist und sofern eine Beerntung ohne Unkrautbekämpfung nicht möglich ist“. Eine Anwendung zur Sikkation nur dort erlaubt, wo „das Getreide ungleichmäßig abreift und eine Beerntung ohne Behandlung nicht möglich ist, nicht jedoch zur Steuerung des Erntetermins oder Optimierung des Drusches“. Wer aber will das kontrollieren?

Glyphosat im Trinkwasser?

Nach Aussage des „Bericht des Bundesministeriums für Gesundheit und des Umweltbundesamtes an die Verbraucherinnen und Verbraucher über die Qualität von Wasser fürden menschlichen Gebrauch  (Trinkwasser) in Deutschland“ aus dem Jahr 2015 für den Berichtszeitraum 2011 bis 2013 waren es insbesondere die Pestizide Bentazon, Bromacil, Chloridazon-desphenyl, Desethylatrazin, Ethidimuron, Glyphosat, Isoproturon und N,N-Dimethylsulfamid, deren Gehalt zeitweise über dem Trinkwassergrenzwert lag.Glyphosat wurde in dieser Studie zwar nur sehr selten analysiert, aber wenn, dann auch nachgewiesen. Allein die Menge an eingesetztem Glyphosat erhöht schon die Wahrscheinlichkeit, dass es auch aus dem Wasserhahn sprudelt. Zudem zeigen die positiven Befunde im menschlichen Urin, dass Glyphosat von uns in nennenswerten, wenn auch toxikologisch nach Aussage der Experten des BfR (Bundesministrerium für Risikobewertung) unbedenklichen, Mengen aufgenommen wird. Neben den pflanzlichen Lebensmitteln ist das Trinkwasser eine mögliche Quelle. Da auch große Unsicherheit über die Wirkung auf die Gesundheit von Säuglingen und Kleinkindern besteht, kann eine Analyse auf Glyphosat im Trinkwasser Unsicherheiten und Zweifel beseitigen und den Umgang mit diesem Problem in die richtige Richtung führen.

Das Labor von my-lab International, welches sich mit Pestizidrückständen beschäftigt, verfügt über empfindliche und sichere Nachweisemethoden für Glyphosat, AMPA und Glufosinat in Lebensmitteln aller Art, in Boden und Wasser. Spuren von 0,01 mg/kg können sicher nachgewiesen werden. Auch auf Fragen nach dem vom Gartennachbarn verwendeten Unkrautvernichtungsmittel liefern die Analysen von Boden und Pflanzenteilen auf Glyphosat Antworten.

Für weitere Fragen und Informationen stehen wir Ihnen als Ansprechpartner gerne zur Verfügung: Kontakt: mal@my-lab.de oder +4930 5659081500.

Über News zum Thema Glyhosat halten wir Sie auf dem Laufenden.

Glyphosat Analysen von my-lab International


Laboranalyse - Pestizid: Glyphosat in Lebensmitteln und Futtermitteln

Pestizid: Glyphosat in Lebensmitteln und Futtermitteln

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Laboranalyse: Brunnenwasser / Wasser: Glyphosat / AMPA

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Glyphosat/ AMPA/ Glufosinat in Boden

Boden: Glyphosat/ AMPA/ Glufosinat

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Titelbild + Beitragsbild | Quelle: my-lab International | Modifiziert von my-lab International