Qualitätskontrolle von Kräutertee

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Qualitätskontrolle von Kräutertee

Die Stiftung Warentest hat zum wiederholten Male Kräutertees getestet und die Ergebnisse veröffentlicht (test 4/2017). Unerwünschte Stoffe wie Anthrachinon, Pyrrolizidinalkaloide (kurz PA) und Pestizide bestimmen nach wie vor maßgeblich den Prüfumfang und das Testergebnis.

Diese Schadstoffe sind ein Knock Out-Kriterium, weil sie für die Gesundheit des Verbrauchers relevant sind.

Um Schadstoff freie Ware untereinander vergleichen zu können, werden weitere Qualitätsmerkmale herangezogen, beispielsweise die Prüfung

  • der Reinheit der Ware,
  • der Herkunft der Ware,
  • die Frische der Ware,
  • das Vorhandensein ausgesuchter Inhaltsstoffe wie der ätherischen Öle,
  • die Ökobilanz des Importweges,
  • auf Fair Trade

Die analysierten Schadstoffe:

Pyrrolizdinalkaloide (PA)

PA‘s sind natürliche Pflanzeninhaltstoffe, mit denen sich die Pflanzen vor Fraßfeinden schützen. Sie kommen in mehr als 6000 verschiedenen Pflanzen vor. Hauptsächlich sind sie in Korbblütern, Borretschgewächsen und Raublattgewächsen zu finden. Diese sekundären Pflanzenstoffe stehen in Verdacht, krebserregend zu sein.  Sie gelangen durch versehentlich mitgesammelte Unkräuter in die Tees und Kräutertees. Natürlich sollen krebserregende Substanzen nicht in einem Produkt auftauchen, welches wegen seiner Inhaltsstoffe häufig auch zur Förderung und Erhaltung der Gesundheit konsumiert wird.

Zum Thema PAs stellt der Deutsch Teeverband e.V. Informationen auf http://www.engagement-fuer-tee.de/home/ zur Verfügung. Auch wenn dies eine Veröffentlichung einer branchennahen Organisation ist, so ist sie doch aus wissenschaftlicher Sicht als ausgewogen zu betrachten und zeichnet sich dadurch aus, dass häufig gestellte Fragen hinreichend und in einfacher Sprache beantwortet werden.

Nach jüngsten Veröffentlichungen des BfR und der EFSA sind Kräutertees, Rooibostee und Honig die Hauptquellen, über die der Mensch PAs aufnimmt. In über 90% der untersuchten Proben konnten PAs nachgewiesen werden. Von besonderer Bedeutung sind hier Nahrungsergänzungsmittel auf Kräuterbasis. Häufig werden die PAs bei deren Herstellung angereichert, so daß Nahrungsergänzungsmittel die höchsten Gehalte aufweisen.

Pestizide und Anthrachinon

Auch erhöhte Gehalte an Pflanzenschutzmitteln sind nicht akzeptabel.

Das Anthrachinon nimmt unter den Pestiziden eine Sonderstellung ein. Bisher ist noch nicht vollständig geklärt wie die Substanz in das Produkt gelangt. Zum einen wurde es als Pflanzenschutzmittel eingesetzt, und zum  anderen kommt es als Umweltkontaminante ubiquitär vor. Dies führt spätestens bei Bioware zu einem Konflikt. Selbst wenn sich der Bioproduzent an alle Regeln hält und mit größter Umsicht agiert, kann es passieren, dass in seinen Produkten Anthrachinon gefunden wird, weil die Pflanzen diese Substanz aus der Umwelt aufgenommen haben.

Der Kräutertee-Test der Stiftung Warentest macht wiederum sehr deutlich, dass die Qualitätskontrolle der Rohwaren für diese Produktgruppe essentiell ist. Ist die Qualität der Rohwaren einwandfrei sollte dies auch für die Qualität des Endproduktes gelten. Dennoch liefert die Fokussierung auf die Kontaminanten immer nur die halbe Wahrheit über die Qualität des Produktes.

 Tee und seine rechtlichen Erscheinungsformen

Kräutertees können prinzipiell auf drei Wegen in den Verkehr gebracht werden:

a) als Lebensmittel

b) als Säuglingsnahrung

c) als Arzneimittel.

Die Anforderungen an das Arzneimittel Kräutertee sind höher und genauer spezifiziert als die an Lebensmittel. Die Vorschriften des Europäischen Arzneibuches beschreiben, wie die wertgebenden Inhaltsstoffe zu analysieren sind. Sie beschreiben auch das mikroskopische Erscheinungsbild der Rohwaren  und das der Verunreinigungen. Für Kräutertee als Säuglingsnahrung, beispielsweise dem beliebten Fencheltee, gelten deutlich strengere gesetzliche Vorgaben für Pestizidrückstände und andere Kontaminanten.

Wie kann man eigentlich guten Kräutertee von schlechtem unterscheiden?

Pflanzliche Verunreinigungen durch Wildkräuter lassen sich mikroskopisch erkennen und quantifizieren. Das ist ein sehr zeitaufwendiges Verfahren, welches jahrelanges Training und Expertise voraussetzt. Diese Expertise ist zum Teil nur noch in den Tee verarbeitenden Unternehmen vorhanden.; In Prüflaboratorien und –instituten findet man nur noch selten Experten, die dieses Fachwissen vorweisen können.

PAs liefern immer nur einen Hinweis auf Verunreinigungen mit PA-haltigen Wildkräutern. Sie geben keinen Hinweis darauf, um welches Kraut es sich wirklich handelt,und auch nicht auf die Menge der Verunreinigung. Die Mikroskopie ist daher nach wie vor unerlässlich.

Die Sensorik von Teeaufgüssen liefert Aufschlüsse über die Qualität und gegebenenfalls auch die Sorte und Herkunft der eingesetzten Rohware.

Auf der Zutatenliste sollten ausschließlich Kräuter auftauchen, kein Zucker und auch keine natürlichen oder naturidentischen Aromastoffe.

Auch das MHD gibt Aufschluss über die Frische der Ware. Kräutertees oder Pfefferminztees haben eine Mindesthaltbarkeit von ca. 2 Jahren. Liegt das MHD also innerhalb der nächsten Monate, so kann man davon ausgehen, dass es sich hier um eine Ware aus einer alten Ernte handelt.

Wo kommen die Rohwaren für Kräutertees her?

Pfefferminze kann in verschiedenen klimatischen Regionen gedeihen. Europa, Nordafrika, Vorderasien und China liefern den Großteil der Pfefferminze auf dem Weltmarkt.

Heimat der Echten Kamille ist Vorderasien, Süd- und Osteuropa. Heute ist sie in ganz Europa, auch in Nordamerika und in Australien eingebürgert.

Fenchel hingegen ist eine alte, ursprünglich mediterrane Kulturpflanze

Die Notwendigkeit, Pestizide einzusetzen, um Ernteverluste zu vermeiden, ist klimatisch bedingt sehr unterschiedlich. Auch der geschulte Umgang mit Pflanzenschutzmitteln ist in vielen Ländern nicht gewährleistet.  Unterschiedliche Kräuter aus unterschiedlichen Anbaugebieten führen bei Kräutertees unweigerlich zu einem höheren Risiko hinsichtlich der Pestizidbelastung.  Eine lückenlose Rohwarenkontrolle ist daher unerlässlich.

Inhaltsstoffe

Kamille

Wert gebender Bestandteil der Kamillenblüte ist das ätherische Öl, welches normalerweis mittels Wasserdampfdestillation aus den Blütenköpfen extrahiert werden kann. Die chemischen Hauptkomponenten diese Öls sind Bisabolol und Bisabololoxyde, trans-β-Farnesen aus der Klasse der Sesquiterpene  u.a. . Chamazulen, welches für die tiefblaue Farbe des Kamillenöls verantwortlich ist, entsteht erst bei der Extraktion des Öls mittels Wasserdampfdestillation aus dem Matricin, einem Sesquiterpenlacton. Die Kamillenblüten enthalten 0,3 bis 1,5% ätherisches Öl; d. h. für einen Liter Kamillenöl benötigt man annähernd 100 kg Kamillenblüten. Das Öl der römischen Kamille ist gelblich/grün und lässt sich daher gut von dem Öl der echten Kamille unterscheiden.

Minze

50-80 % des ätherischen Öls der Minze bestehen aus Menthol. Weitere Inhaltstoffe sind Menthon, Flavonoide, Gerb- und Bitterstoffe (Rosmarinsäure, Kaffeesäure, Clorogensäure).

Die unterschiedlichen Minzsorten unterscheiden sich auch in den Inhaltsstoffen. So findet man in der Bergamotteminze kein Menthol und kein Menthon. Wesentliche Unterschiede im Aroma finden sich zwischen den verschiedenen Sorten; so gilt beispielsweise die marokkanische Nana Minze als im Geruch und Geschmack etwas frischer und feiner.

Fenchel

Die wichtigsten ätherischen Öl im Fenchel sind Anthenol und Fenchon. Das Anthenol ist für den anisartigen Geschmack und Geruch verantwortlich während das Fenchon eine bittere Note hat.

Welche weiteren Analysen neben den Schadstoffkontrollen sind wichtig?

Neben der Analyse auf Pestizidrückstände, auf PAs und andere chemische Kontaminanten ist eine mikroskopische und makroskopische Sortenbestimmung immer dann notwendig, wenn qualitativ hochwertigere Ware von der Massenware unterschieden werden muss. Auch eine Herkunftsbestimmung mittels „Isotopenanalytik“ kann für den Einkäufer und Händler ein Mittel sein, falsch deklarierte Ware zu erkennen. Die Bestimmung des Gehaltes an ätherischen Ölen ist nicht nur Standard für die Kräutertees, die als Arzneimittel in den Verkehr gebracht werden; auch für konventionelle Ware steht der Gehalt in direkter Relation zum Preis und muss daher analytisch bestimmt werden.

 

Wir empfehlen folgende Analysen für eine umfassende Qualitätskontrolle:

 


Laboranalyse: Pestizide im Tee, in teeähnlichen Erzeugnissen und in Kräutern

Pestizide in Tee, teeähnlichen Erzeugnissen und Kräutern (Screening auf ca. 650 Verbindungen)

FPLX2

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Laboranalyse: Anthrachinon in Tee

Anthrachinon in Tee

FPA01

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Pyrrolozidinalkaloide in Tee (Camelia sinensis spp.)

Pyrrolozidinalkaloide in Tee (Camelia sinensis spp.)

FCPA1

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Für Businesskunden

Für Laborkunden


Laboranalyse:  Blei, Cadmium, Quecksilber, Arsen in Lebensmittel und Futtermittel

Schwermetalle in Lebensmitteln und Futtermitteln: (Blei, Cadmium, Quecksilber, Arsen)

FAC01

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Laboranalyse - Pestizid: Glyphosat in Lebensmitteln und Futtermitteln

Pestizid: Glyphosat in Lebensmitteln und Futtermitteln

FPG01

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Analyse von my-lab: polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe 4 (PAK) in Lebensmitteln

Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe 4 (PAK) in Lebensmitteln

FPAH4

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Laboranalyse: Catechine in Tee

Catechine in Tee

FOC01

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Laboranalyse: Gesamtpolyphenole (Folin)

Gesamtpolyphenole (Folin)

FGS32

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Laboranalyse: Hefen und Schimmelpilze in Lebensmitteln

Mikrobiologie: Hefen und Schimmelpilze in Lebensmitteln

FMI01

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Bei Fragen zur Analytik in Tee und Kräutertee beraten wir Sie gerne:

Kontakt: mail@my-lab.com

Tel.: 030 5659081500


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  • Titelbild + Beitragsbild | Quelle: my-lab International | Modifiziert von my-lab International